zur Verbandsliga

VfB Gartenstadt Aufstiegstrainer will nach etlichen Verletzungen und Rückschlägen von einem Durchmarsch nichts hören

Hollichs komplizierte Vorbereitung

MANNHEIM."Die Jungs sind fleißig, aber wir basteln noch an unserem Spielsystem", sagt Reiner Hollich. Der Coach des Aufsteigers VfB Gartenstadt hat keine einfache Vorbereitung hinter sich. "Wie schon im vergangenen Jahr mussten wir wieder schwere Verletzungen von Spielern hinnehmen", berichtet er. Neuzugang Damian Pritchett zog sich bei der 0:1-Niederlage im Pokal ausgerechnet gegen seinen alten Club Fortuna Heddesheim ein schmerzhaftes Ödem zu. Der Verteidiger wird wohl beim Saisonstart fehlen.

Noch schwerwiegender ist für Hollich aber die Verletzung von Marcel Abele. Der Neuzugang vom SC Hauenstein, der bereits für Neckarelz und Astoria Walldorf in der Regionalliga spielte, zog sich im Testspiel gegen den SV Waldhof (2:3) einen Innenmeniskusabriss zu und wird länger ausfallen. "Ihn hatte ich als wichtigen Mann eingeplant und er hätte uns auch sehr gut getan. Sein Ausfall tut weh", sagt Hollich, der weiter klagt: "Auch in dieser Vorbereitungen gab es wieder viele Urlauber, Spieler waren länger nicht da. Ich hatte eigentlich nie den ganzen Kader zur Verfügung. Da hatte ich eigentlich schon gedacht, dass sich das in der höheren Spielklasse verbessert."

Hinten links drückt der Schuh

Jüngst gab es dann die nächste Hiobsbotschaft. Keven Bayram, der nach seinem Kreuzbandriss seit April wieder mittrainiert und den Hollich für diese Saison eigentlich fest auf der linken Außenposition eingeplant hatte, kündigte vor wenigen Tagen seinen Rücktritt aus privaten Gründen an. "Nun habe ich für die Position hinten in der Abwehr niemand. Wir testen gerade durch, aber bislang habe ich für Bayram keinen Ersatz", so Hollich, der betont: "Wenn es noch irgendwo einen Linksfuß gibt, der in seinem Verein unglücklich ist und sich Verbandsliga zutraut, dann soll er sich bei mir melden."

Aber es gab auch positive Dinge in der Vorbereitung. "Unsere beiden Torhüter Dennis Broll und Andy Gänsmantel, der neu von Arminia Ludwigshafen gekommen ist, haben in den Tests einen bärenstarken Eindruck hinterlassen", sagt Hollich, der hinzufügt: "Auch Patrick Geissinger, der von der TSG Weinheim kam, ist auf der Innenverteidigerposition eine absolute Verstärkung."

"Mit Abstieg nichts zu tun haben"

Neu beim VfB sind außerdem Fabio Schaudt, der wie Gänsmantel in der vergangenen Saison beim Oberligaabsteiger FC Arminia Ludwigshafen Stammspieler war. "Er ist auch zwei Wochen verletzt ausgefallen, ist nun aber wieder fit", sagt Hollich. Von Fortuna Heddesheim stieß Brandon Wiley zu den Gelben Bären. "Ein sehr talentierter Spieler, der aber noch viel Luft nach oben hat. Die richtige Position im System für ihn suche ich noch", erzählt der VfB-Coach. Mit Maximilian Albrecht (Hauenstein) verpflichteten die Gartenstädter einen weiteren Hochkaräter mit Regionalligaerfahrung.

So kommt es nicht überraschend, dass so mancher Verbandsligakonkurrent den VfB sogar schon als Kandidat für die beiden ersten Tabellenplätze sieht. "Wenn uns einige schon zu den ersten fünf Mannschaften in der Liga zählen, dann würde ich das natürlich gerne annehmen. Aber ehrlich gesagt: Das ist im momentanen Zustand nicht realistisch. Unser Kader ist aktuell einfach noch zu dünn", sagt Hollich, der vor dem Saisonstart am Samstag (16 Uhr) bei der SpVgg Neckarelz, betont: "Der VfR Mannheim hat eine starke Truppe, Heddesheim wird wieder vorne mitspielen und auch Germania Friedrichstal sehe ich vorne. Für uns gilt es dagegen zuallererst, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben."

© Mannheimer Morgen, Montag, 14.08.2017