Erstellt von Waldemar Binder |

Schule

Elternverein plant Demo gegen Kultusministerium

17. Dezember 2019 Autor: Bertram Bähr (bhr)

Zurzeit stapelt sich auf dem Schreibtisch von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) die Post aus Mannheim. Enthalten sind allerdings keine Weihnachtsgrüße – sondern dringende Appelle: Das Land solle doch den seit 42 Jahren laufenden muttersprachlichen Griechisch-Unterricht an der Waldhofschule fortführen.

Dabei hat Eisenmann das genaue Gegenteil vor: Sie möchte das Modell, das auch nach Jahrzehnten noch als „Schulversuch“ deklariert wird, in den kommenden vier Jahren so nach und nach beenden. Stattdessen solle das griechische Konsulat einspringen. Die Folge: Regulärer, in den Alltag integrierter Griechisch-Unterrichts würde durch ein „freiwilliges Zusatzangebot am Nachmittag“ ersetzt, teilte das Kultusministerium dieser Zeitung Anfang Dezember mit.

Der Bericht darüber im „Mannheimer Morgen“ hat mit dafür gesorgt, dass Eisenmann eine ganze Reihe von Briefen erhielt. Zum Beispiel von Oberbürgermeister Peter Kurz. Dank des speziellen Angebots, so schreibt er, sei die Waldhofschule über den Bezirk hinaus „bei in Deutschland lebenden griechischen Familien eine anerkannte Bildungsinstitution“.

Kurz wünscht sich, dass Eisenmann „die besondere Situation des muttersprachlichen Unterrichts erneut und vertieft“ betrachtet und dabei besonders „die Perspektive der Eltern“ und „die erreichte Qualität und die hohe Akzeptanz des bisherigen Angebots“ würdigt. Der betroffene „Verein der Eltern und Erziehungsberechtigten der griechischen Schule“ freut sich über die Unterstützung aus dem Rathaus. Vorsitzender Konstantinos Cafaltzis wendet sich aber auch selbst an Eisenmann – und lädt unter anderem dazu ein, sich vor Ort ein Bild von dem Angebot zu machen.

Darin unterstützen ihn sowohl der SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Fulst-Blei als auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel. Er fragt Eisenmann, „warum ein derart erfolgreiches Modell überhaupt beendet wird“ und bittet sie, direkt auf dem Waldhof „Gespräche mit den Verantwortlichen und denen, die sich im Hintergrund engagieren, zu führen“. Stefan Fulst-Blei sieht das genauso und appelliert an die Ministerin: „Bitte nehmen Sie diese Möglichkeit wahr!“ Dabei könne sie auch erfahren, dass das Unterrichtsmodell „von einer griechisch-stämmigen Community und Elternschaft unterstützt wird, die fest im gesellschaftlichen Leben unseres Bundeslandes verankert ist“.

SV Waldhof hilft mit

Dass diese Elternschaft es nicht beim Schreiben von Briefen belässt, macht Cafaltzis deutlich. Der Verein plane eine Reihe von Protestaktionen und will damit an diesem Samstag beginnen – am Rande des Waldhof-Heimspiels gegen Chemnitz und in enger Zusammenarbeit mit dem SVW. Der weist nicht nur auf die laufende Online-Petition der Eltern („Finger weg von der griechischen Schule Mannheim“, Internet: bit.ly/36M7v4e) hin. Sie dürfen sich auch am Stadioneingang positionieren und Unterschriften sammeln. Auf sein Anliegen aufmerksam machen möchte der Verein daneben beim Neujahrsempfang der Stadt Mannheim am 6. Januar im Rosengarten – und hat außerdem einen öffentlichen Protestzug samt Abschlusskundgebung geplant: am 11. Januar ab 15 Uhr vom Schloss zum Paradeplatz.

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 17.12.2019

Wer diese Petition unterstützen möchte kann sich auch im Clubhaus vom VfB Gartenstadt in die Liste eintragen. Sie können sich auch im Internet unter https://www.openpetition.de/petition/online/finger-weg-von-der-griechischen-schule-mannheim

anmelden